RuhrPokal 2014 – Slam gewordene Hoffnung

Liebe Freunde der Hoffnung, ich habe etwas zu verkünden: es gibt sie noch! Also hier…Dings. Die Hoffnung.

Wen Yolo, Pisa, ein Blick vor die Tür und Facebook gelegentlich daran zweifeln lassen, ob unsere Jugen noch alle Tassen am Zaun hat oder ob gelegentlich mal die Latten im Schrank fehlen, darf hiermit zwar nicht vollends beruhigt, aber zumindest vom vorzeitgen Ergrauen durch zu viel Haare raufen abgehalten werden.

Am Sonntag fand das Finale des RuhrPokals 2014 im Bochumer Schauspielhaus statt. Anders, als bei gewöhnlichen Slams, traten hier lediglich die Jungpoeten bis 20 Jahre gegeneinander an. Zu gewinnen gab es neben einem außergewöhnlich hässlichen Pokal in Form zweier Beggipfel, auf denen jeweils ein Miniaturpoet rumlungerte, auch einen Startplatz für die diesjährigen deutschsprachigen U20-Meisterschaften.

Dazu aber später mehr. Denn im Vorfeld fand etwas statt, was man gemeinhin als Jugendarbeit bezeichnet. Den ganzen Januar über tingelten die unterschiedlichsten Poeten unter der Schirmherrschaft von „WortLautRuhr“, deren Aushängeschild kein geringerer als Sebastian23 ist, in aller Herrgottsfrühe durch Schulen des Ruhrgebiets und erzählten mal mehr mal weniger begeisterten Schülern einen vom Slam. Das ganze hatte natürlich – neben dem außergewöhnlichen Nervenkitzel für uns sonst so Ruhe liebenden Poeten – einen praktischen Zweck. Am 23. und 24.1.14 konnten die Jugendlichen kostenlose Workshop unter der Leitung der erfahrenen Poeten Sebastian23, Theresa Hahl und Tobi Katze in Bochum, Herne und Dortmund besuchen und wer Lust hatte, am Abend des 24. gleich auf die Vorrunden-Bühne zum RuhrPokal in den jeweiligen drei Workshop-Städten hüpfen, um sich für oben erwähntes Finale zu qualifizieren.

Was Frau Hahl und Herr 23 in Herne und Bochum so trieben, kann an dieser Stelle nur vermutet werden, also vermute ich mal kühn drauf los… Gutes. Was allerdings die Tage in Dortmund angeht, weiß ich mehr zu berichten und ich kann eins vorweg verraten: es gibt sie noch, die von Grund auf engagierten und herzensguten jungen Leute, die weder zwangship auf Moral pochen, noch zwangship auf Moral scheißen, sondern schlicht und ergreifend tolle Menschen sind, die mit jeder Faser Bock haben, die Welt ein Stückchen schöner zu machen.

Das Schicksal wollte es, dass ich mir eine brauchbare Kamera pumpen und mich damit unter der Pressetarnkappe ungestraft bei Workshop und Slam aufhalten durfte. Der erste Workshop-Tag in Dortmund unter der Leitung Tobi Katzes begann und endete… intensiv, da nur zwei der angekündigten Teilnehmer auftauchten. Wenn man was lernen will, gibt’s jedoch kaum was besseres, als den Fachmann quasi sein Eigen nennen zu können. Özge und Kira, die beide auch am nächsten Tag zur Vorrunde antreten sollten, schrieben, diskutierten und änderten mit ein paar Kniffen ihre Texte in Richtung knallhart guter Bühnenliteratur. Hier fiel mir schon zum erstem Mal die Kinnlade in’s Erdgeschoss, nachdem mir bewusst wurde, welche Themen die jungen Frauen beackern und welche Leidenschaft für „das Gute“ aus den Seiten sprühte.

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Tag zwei startete mit wesentlich mehr Teilnehmern, aber vorererst ohne die beiden Mädels vom Vortag. Hier wurde es für mich spannend. Ich kenne mich und meinen Geduldsfaden schon seit einer ganzen Weile, wie mögen uns nicht besonders und „Schulklasse“ ist verschämenderweise zugegeben ein Synonym für Schere. Doch mal wieder sollte ich diejenige sein, die überrascht wurde. Ein kulturell und sozial bunt gemischter Haufen Jugendlicher um die 17 Jahre inklusive Lehrergespann sammelt sich im Café des Fritz-Henßler-Hauses. Dank langfristigem Schulprojekt hatten die meisten Anwesenden bereits einen Bühnentext in petto und hey, ich vergesse auch ständig die wichtigsten Sachen zu Hause. Genaue Details des Workshops will ich an dieser Stelle nicht erläutern. Das wäre ja so, als würde ich die Geheime Zutat im Iglo Spinat verraten. Soviel sei aber gesagt, nach der Hälfte des Tages konnte jeder der Teilnehmer mit einem brauchbaren Text in die Performance-Arbeit gehen.

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Auch hier wieder dieses Knistern, dass da der eine oder andere junge Mensch einen Kopf auf den Schultern hat und sich neben Profilierungsversuchen durch Lautstärke gelegentlich auch mit etwas anderem beschäftigt, als der Kohle für die nächste Party. Großartige Teilnehmer, allesamt!

Auffällig und ein bisschen traurig ist für mich totzdem immer wieder, dass Gesellschafts- und Bildungsstrukturen es zulassen, dass junge, aufgeschlossene Mensche emotional und rein sprachlich nicht in der Lage sind, eine unbestimmte Gefühlsregung in Worte zu fassen, selbst wenn Deutsch die Mutterstprache ist. Hier zu kritisieren oder zu meckern, ist allerdings kaum gerechtfertigt und zumindest in diesem Kontext müßig, ich möchte es trotzdem nicht unerwähnt lassen. Und dann gibt es wieder DIE! Die spannenden, tollen, großartigen, begabten und so rührend reifen jungen Menschen, die allein auf einem Workshop auftauchen, still und trotzdem präsent im Raum schweben und dann plötzlich auf der Bühne den Mund aufmachen und die Zeit bleibt stehen. Beeindruckende Wesen, die Worte als Pinsel benutzen und Bilder malen. Häufig Traurige, oft viel zu Desillusionierte, aber trotzdem bezaubernd Klare und Lebendige. Und dann sitz man da, mit einem Buckel von unangemessenerweise zu viel Lebenserfahrung und möchte gerne sagen:“Alles wird gut. Hier bist du richtig, du wandelnde Kunst.“, und verkneift es sich, weil man das Gefühl hat, dass es einem nicht zusteht. Das sind Begegnungen, die zu kurz sind, um sie greifen zu können, die aber nie wieder in Vergessenheit geraten. So auch an diesem Tag auf einem schlichten Slam-Workshop.

Aber genug des misteriösen Worte, der Workshop neigte sich nach einer Intensivkur Permormance dem Ende zu und es fanden sich geschlagene neun mutige Teilnehmer – darunter auch einige aus dem Workshop – die sich am Abend auf die Bühne wagten.

Özge Fatima

Teils erst ein paar Stunden zuvor entstandene Texte traten samts den zum ersten Mal auf einer Slam-Bühne stehenden Poeten gegen erfahrenere U20 Slammer an. Ein wenig ärgerlich war es schon, dass die Werbung im Vorfeld leider so gut wie nicht exsistent war. Trotz allem war das Café mit gut 35 Leuten besetzt und die Stimmung kochte – nicht zuletzt dank Tobi Katze, der sich die Seele aus dem Leib moderierte, und den großartigen Slammern, die auf der Bühne über sich hinaus wuchsen – über. Das Sahnehäubchen hieß an diesem Abend Fee, ihres Zeichens die amtierende U20 Meisterin im Poetry Slam, die dem außergewöhnlich jungen Publikum als featured Artist zeigte, wo der Hammer hängt. Die drei Punktbesten dieser Vorrunde sollten also am Sonntag nach Bochum reisen, um sich dort mit den Siegern aus Herne und Bochum zu messen. Dortmund sendete mit knappem Punktvorsprung Fatima, Özge und Kira.

Tobi Katze Die goßartigen Poeten des Abends

Und damit schließt sich der Kreis. Sonntag fand also das Finale statt. Jason Bartsch, Lisa Schoeyn und Fatima Talalini stachen unter den 9 Finalisten heraus, denn diese drei Tummeln sich auch sonst regelmäßig auf den Slambühnen, was eindeutig spürbar war. Somit ist es also nicht verwunderlich, das Fatima und Jason klar in’s Final-Finale einzogen. Sven! nannte sich der Ditte im Bunde und bestach mit humorvoller Lyrik und unverholener Klugheit und Andersartigkeit. Özge und Kira erreichten das Finale leider nicht. Jason Bartsch gewann am Ende eindeutig und darf sich nun Ruhrmeister 2014 nennen. Gratulation dazu.

Was für mich allerdings viel wichtiger ist: alle 9 Poeten, die an diesem Abend – der übrigens von Sebastian23 und Theresa Hahl moderiert wurde – die Bühne betraten, hatten eine so bestechende, so ehrliche und so hoffnungsvolle Kraft und wirklich was zu sagen, was aus einer ernsthaften Überzeugung rührt, dass ich nur noch vor Freude quietschen konnte. Junge Mensche, denen nicht egal ist, was auf dieser Welt außerhalb ihres eigenen Kosmos’ geschieht. Junge Menschen, die kämpfen wollen, für Gerechtigkeit und Menschlichkeit. Junge Menschen, die ihren Humor und ihr (verzeiht mir diese Theatralik) Leuchten noch nicht verloren haben und das hoffentlich auch nie werden. Absolut wundervoll!

Ich bin überaus dankbar, dass ich an diesen drei Tagen teilhaben durfte und noch dankbarer, dass es so schöne Menschen unter uns gibt und letztendlich dafür, dass ich mich eines Besseren belehren lassen durfte. Es gibt sie noch, die Hoffnung.

Infos wie immer zum Schluss:

WortLautRuhr: http://www.wortlautruhr.de

Schauspielhaus Bochum: http://www.schauspielhausbochum.de

Sebastian23: http://www.sebastian23.com

Tobi Katze: http://derkatze.de

Theresa Hahl: http://www.theresahahl.de

DEW21 (in diesem Fall der Sponsor der Dortmunder Veranstaltungen und absolut bemerkenswert, wenn es darum geht, Kultur im Ruhrgebiet zu fördern):  http://www.dew21kultur.de

Fritz-Henßler-Haus: http://www.fhh.de

Damit endet ein emotionl geladener Beitrag und ich hoffe, ihr gebt die Hoffnung nie auf. Liebe!

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„Moinmoin“ löst in meinem Kopf die chemische Reaktion für Freude aus oder: Winter im Norden.

Winter ist ja in der Regel etwa so, wie Rosenkohl. Geschmackssache. Winter im Norden ist dann also ein ganzer Sack voll Schwarzwurzeln, wenn man, wie ich, nicht sonderlich auf abgestorbene Finger und 10 Schichten Polarkleidung mit schickem Pfötchenaufdruck steht. Eigentlich sollte ja schon gestern die heiß erwartete Rezension Marvin Rupperts Erstlings hier erscheinen. Da mein Hirn on the rocks allerdings permanent am „Also Pelzjagt in der Wüste Gobi wäre sicher ein famoser Spaß für jung und alt“ denken ist, was weder dem Buch, noch meiner moralischen und klimatischen Vorstellung entsprechen würde, verschiebe ich die Rezension lieber etwas und arbeite mich über „Wuaaaaaah, kahahaaaalt“ und „Bibberklapper“ wieder zu normalen Hirnstömen vor. Allerdings finde ich, das „Bibberklapper“ druchaus ein charmanter Name für Harry Potters persönlichen Hausgeist wäre. „Bibberklapper streifte einsam durch die Räume von Grimmauldplatz Nummer 12 und zog nur so zum Spaß an einer beliebigen Kordel, was dazu führte, dass die Vorhänge von Mrs. Blacks Portrait augenblicklich aufflogen und die Alte ihn hart anschrie. An Harry konnte er ja nun nicht mehr ziehen, damit er ihn anschrie. Der hatte jetzt Familie, der dieses Privileg vorbehalten war. Traurig bibbernd klapperte er davon.“…oder so.

Dass zur Zeit nur Quatsch aus meinem vegetativen Nervensystem durch meine Finger nach außen dringt, liegt eindeutig auch an meinem Aufenhalt hier. Wo ist denn hier? Das würde die Stimme in meinem Kopf jetzt fragen, wenn sie denn da wäre. Hier ist Hamburg, würde ich antworten. Mach ich auch. Einfach so. Und zwar genauer im Kriegsgebiet, dem Schanzenvirtel. Hier, wo sich Fuchs und Hase die Fresse einschlagen und wir nur danke der Tatsache, lediglich tropische Tiere der roten Liste und Intellektualität mit uns zu führen, nicht gefilzt wurden. Hier, wo (Achtung, politisches Statement!) die Staatsgewalt verachtungswürdigerweise die „Rote Flora“ zu räumen versucht. Darum… liege ich gemütlich im knuddeligen Bett des wohl hippsten und damit wirklich coolen Hostels mit dem Namen Superbude. Man könnte auf den Gedanken kommen, dass DAS doch total übertrieben ist – ist es nicht. Selbst die Kaffeemaschine ist hier funktionsfähig und hip und da Hamburg sowieso die Angewohnheit hat, dass man sich hier dezent hipper fühlt, als man sich in anderen Städten unter den gleichen Bedingungen fühlen würde, passt natürlich auch das in’s Bild. Ich selbst fühle mich trotzdem nur leidlich hip, denn das Schanzenvirtel Freitag Nacht kann mit windzerzausten, durchgefrorenen und irgendwie doch nicht so richtig hippen Leuten nichts anfangen, aber schon allein der Fakt in Hamburg zu sein, ist für alle außerhalb Hamburgs ziemlich hip. Berlin kann ja jeder!

Was auch immer ich damit sagen wollte, ich hoffe, es kam an. Jetzt mal – insofern es eines gab – zurück zum Thema: Nordtour. Nordtour heißt Tour. Tour heißt für gewöhnlich nicht nur eine Stadt. Also liegt nahe, dass da schon was war, oder noch was kommt, oder eben beides. Letzteres trifft zu. Gestern startete die Party im schönen Kiel beim Slam in der Pumpe. Gelungener Auftakt, viel viel Spaß, tolle Texte und der kleine Wermutstropfen, dass es für das anschließende Käptn Peng Konzert nicht mal unter Toben und Wüten noch Karten zu ergattern gab. Ist bei der Besetzung auch nicht weiter schlimm. Nicht mal der Käptn ist cooler als Hazel Brugger, Stoffl, Tilman Döring und Michael Dyst auf einem Haufen. Nach Frühstück und Herzenswärme beim Organisator der Tour Björn Högsdal nun heute Hamburg. Nach dem morgigen Abend in Lübeck werde ich mit einem erfrorenem und einem weinenden Auge die Reise in’s sommerliche NRW, genauer Kleve, antreten, die, wie man munkelt, eine Spezialklinik für Zeh-Transplantationen haben sollen und zuuuufällig ebenfalls dieses Poetry Slam Zeugs machen, bei dem man unter Umständen einen Satzt neuer Zeigezehen gewinnen kann, die ich mir im Falle des Falles direkt vor Ort montieren lassen werde. Und dann, aufgetaut im tropischen Heimathafen, wird es auch endlich die Rezension geben. Drückt mir die Daumen.

Ich drücke euch auf jeden Fall – sobald ich wieder kann – meine, damit ihr dem Erfrieren nicht nur knapp, sonder himmelweit entkommt. Gehabt euch wohl und „wraaaaawraaaaaa“ (Möwe).

Summertime

Ich habe mir ja vorgenommen, diesen Blog stündlich zu führen, bin nun aber doch bei täglich angekommen. Da ich eine faule Sau bin und alles, was langweilig ist, so lange aufschiebe, bis mir jemand mit Gera droht, habe ich die Einträge des anderen Blog nach wie vor nicht übertragen, glänze dafür aber heute mit ein paar Bildchen des letzten Monats, die ich natürlich, weils eben nicht langweilig ist, völlig aus dem Zusammenhang reiße. BÄÄÄÄM

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Links: Martin Geier, recht: Michel Jakob, in der Mitte: eine Seeungeheuer. Hier beim Slammerfrühstück. Badetag in der Nähe von Nürnberg mit zwei der strahlendsten Menschen, die ich in letzter Zeit treffen durfte. Wir hatten Spaß, einen ordentlichen Sonnenbrand und ja, wir haben den See natürlich überquert, auch wenn Michl ordentlich quietschen kann, sobald etwas, das ihn umgibt, kälter als 25 Grad ist.

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Und nochmal Ungeheuer! Links: Fenja, rechts: Julia, in der Mitte: ein gesichtsloser Aufreißer namens Eny. Enstanden ist dieser Schnappschuss zum Abschluss eines glorreichen Abschussslam um den Einfluss des Aufguss festzuhalten…ergibt das Sinn? Spaß bei Seite, das ist Amberg! Geiler Slam, geiles Publikum und definitiv die motivierteste Location-Crew aller Zeiten. Zitat: „Ey, bestellt, was ihr wollt. Mein Job ist es, euch betrunken zu machen.“ Holla die Waldfee!

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Nürnberg, Kunst gegen Bares. Hier: die Ausbeute. Ich durfte mich Kapitalistenschwein nennen und mit ordentlich Schotter den Abend beenden. Allerdings stürzt man sich doch selbt etwas in Gewissenkonflikte, wie grenzenlos man sich verkauft. Aber So ist das nun mal, der Künstler muss ja auch von was leben. Also Schwamm drüber und freuen. Mal  abgesehen davon ist KGB ein tolles, kurzweiliges Veranstaltungsformat mit viel Abwechslung und viel Blödsinn.

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Eiegntlich hat dieses Bild hier nichts verloren, da es schon Ende Juni am ersten Tag der Thüringentour in Nordhausen entstand. Da es aber einfach geil ist, soll es auch gezeigt werden. Willkommen in Thüringen, willkommen in meiner Lebensphilosophie.

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Schweinfurt mit einer wirklich großartigen Bühne direkt im Main. Allge…main (haha) war das ein grandioser Abend. Riesige Freude über alle anwesenden Poeten besprühte die Masse unter uns und gelegentliche Lachkrämpfe hallten über den Fluss, weil wir eben nicht mehr alle Latten am Zaun haben und uns gerne mal zu unpassenden Momenten totlachen.

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Mir fällt gerade auf, dass es viele viele viele tolle Momente auf der Thüringentour gab, desshalbt knall ich das jetzt einfach mit rein. Was für eine geile Location ist das denn bitte? Nordhausen! Bomben Abend mit einem bomben Publikum und bombiger Überlänge. 4 1/2 Stunden Slam ist schon hart an der Grenze, besonders für ein ungeübtes Publikum. Aber so läuft das eben, wenn man Aida als Moderator hat und von keinem lässt man sich lieber lange vollquatschen, als von ihm! ❤

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Ladys and Gentleman, Jonathan „Bach“ Baumgärtner an der Blasbalg-Orgel-Whatever. Einer der Sterne, die ewig in meinem Herzchen leuchten werden.

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Und gleich der Nächste. Mein Schokomüsli (ja, der Mann heißt Müsli)! Dass er auf diesem Bild so unfassbar glücklich aussieht, könnte daran liegen, dass er es ist. Das ist schnell erklärt: nachdem wir uns am Tag zuvor in Frankfurt trafen, um zum Slam zu gehen, mussten wir feststellen, dass der Slam nicht stattfinden würde, uns aber auch freundlicherweise keiner abgesagt hatt…aber man gönnt sich ja sonst zu wenig Abenteuer, also danke dafür. Da wir aber die Glücksbärchies unter den Sonnenscheinen sind, war eine Penne schnell aufgetrieben, der Veranstalter um zwei Bier erleichtert, der Zug nach Darmstadt bestiegen und ein rauschendes Volksfest besucht. Wir haben unsere Angst vor „der Kugel“ besiegt, uns durch die Luft schleudern lassen und das eine oder andere Tränchen der Freude vergossen. Müsli hat mir, männlich wie er ist, meinen ersten Luftballon geschenkt und mir damit einen Lebenstraum erfüllt. Danke! Nach einer der erholsamsten Nächte in Frankfurt überhaupt, trafen wir uns am nächsten „Morgen“ mit Lukas Lazarewitsch, der uns diese geile Kneipe mit grandiosem all you can eat for 5 Euro Frühstück einflößte. Darum auch das strahlende Müslilein. Das der Tag danach noch viel toller werden sollte, darf ich an dieser Stelle gar nicht erwähnen, denn das passt ja nicht zum Bild.

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Und noch ein Switch zur Thüringentour. Eisenach, sprachbegabte Poeten, die in diesem Fall natürlich über die moderne Technik kommunizieren, statt gelangweil auf das Handy zu starren. von links: Jonathan Baumgärtner, Felix Kaden, Bo (ich liebe ihn) Wimmer.

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Hier nochmal die ganze Besetzung der Tour, entstanden zur Aftershow Party in Meiningen. Kinder, war das ein Abend! Zu viel Cuba Libre, viele Tränen auf der Bühne gelacht, viel gute Laune, übermächtige Stimmung und übermächtige Kopfschmerzen am Tag danach. Aber dafür hat es sich alle Male gelohnt.

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Das stand vorm Hostel in Meiningen und sprach die pure Wahrheit. Man muss ein Wunder sein, wenn man in diesem Zustand noch laufen kann.

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Mal was ganz anderes: Rostock! Von Kiel nach Rostock gependelt, Anna besucht, nett am Hafen gesessen und die pure Freude eingeatmet, die man nur im Norden kriegt….oder im Süden, Westen und Osten. Schön!

So, damit hätten wir die kleine Chaosexkursion durch schöne Momente (zumindest die, die per Bild dokumentiert sind) der letzten Wochen beendet. Alles andere ist nur in meinem Kopf zu sehen und da lass ich nur Affen mit Triangeln rein.

Dann mal zu gestern. Oldenburg war sehr schön…nur leider nicht das richtige Oldenburg. Was die anderen so beim Slam getrieben haben, kann ich nur orakeln, denn wir Dumpfbacken saßen im Zug zurück nach Hamburg und haben uns schwarz geärgert. Man beruhigte uns zwar und ließ verlauten, dass das jedem früher oder später passiert, aber das änderte nicht daran, dass es ärgerlich war.

Das Dirk und ich aber die geborenen Situationsbessermacher sind, begaben wir uns flux und gut drauf an den Hamburger Hafen auf St. Pauli und ließen es uns inklusive weltbewegender Gespräche, Teamplanungen und Menschenanalysen gut gehen und ertränkten unseren Kummer in frischer Luft und Sommerstimmung. Man lernt ja bekanntlich aus seinen Fehler, also sind die nächsten Tourtage minutiös durchgetimet, damit so ein Fauxpas nicht nochmal passieren kann. Also werden wir uns gleich in den 100% richtigen Zug nach Bremen setzten und uns auf einen grandiosen Slam freuen, bei dem wir diesmal auch gaaaanz gaaaaanz sicher ankommen. Ich bin fast ein bisschen traurig, Hamburg wieder verlassen zu müssen, denn an Herzlichleit und tollen Menschen ist diese Stadt kaum zu überbieten.

Darauf ein liebevolles „Moin moin“ und tschüss…

Unterwegs

Hallo Freunde, hallo Feinde, hallo Individuum, hallo Gemeinde,

Der Sommer ist nun entgültig da und ich wühle mich schwitzend durch’s Land. Da ich aber eh zu wenig Klamotten dabei habe, werde ich das wohl bald nackt tun, was zumindest bezüglich der Hitze und des abgelöscht werdens durch Wurfwasserflaschen wütender Passanten mit zu viel Schamgefühl Sinn ergibt.

Wo bin ich denn eigentlich gerade? Kurz überlegen…ach ja, Hamburg. Eigentlich sollte ich zumindest bis gestern in Gera sein, da mich aber gerne mal der Wahnsinn und der grandiose Dirk Anetzberger packt und Gera nicht der Ort ist, an dem eine Besserung der Kopfgrütze in Sicht wäre, habe ich mich doch entschieden, ein wenig länger im schönen Franken zu verweilen (genauer Nürnberg) und dann noch spontaner die Reise nach Hamburg anzutreten, weil’s eh auf dem Weg lag. Auf welchem Weg, weiß ich nicht so genau, aber auf irgendeinem kommt man sicher an Hamburg vorbei. Ist ja schließlich schön hier.

Die Jägerschlacht in HH gab’s dann auch noch zu beslammen und Moritz Neumeier muss völlig wahnsinnig sein, dass er 14 Leute durch Applaus bewerten lässt, aber erstaunlicher und interessanter Weise klappte das ganz gut.

Allgemein schein die Sonner gerade nicht nur draußen, sondern in jeder Zelle an jeder Stelle meines Körpers und ich freue mich auf die nächsten Tourtage, mit tollen Menschen, tollen Städten, tollen Slams und tollen Abenden.

Heute geht’s nach Oldenburg, womit wir uns wieder auf der regulären Tour befinden und auf Automatik stellen können. Ich bin gespannt!

Bis dahin wünsche ich euch Sonne, Sonne und noch mehr Sonne und immer wieder eine Schlückchen aus einer Wasserflasche. Trinken ist wichtig, Kinder.