Auf vielfachen Wunsch: Ode an die Lebensfreude

Ode an die Lebensfreude

 

Ich rede nicht gern, besonders nicht vor vielen Leuten.

Ich glaub‘ nur selten daran, dass meine Worte was bedeuten,

denn sie sind wütend und schwer,

und zeichnen zynisch-blutleer ein Weltbild,

das im Pförtnerhäuschen nach Mordor hängen könnte.

 

Ich fühl‘ mich unwohl unter Menschen, denn ich bin introvertiert.

Ich bin die, die in Gesprächen dein Intro kopiert,

weil ich gar nicht weiß, wie das geht:

„einfach mal was zu erzählen“.

 

Ich bin bedeutungsschwanger im 336. Monat,

ich weiß, das sieht man mir kaum an,

aber manchmal könnt ich kotzen und dann ist da noch der Drang,

alles in mich reinzufressen bis zum nächsten Gefühlsausbruch.

 

Ich bin zwiegespalten, damit ich mich nicht einsam fühl‘.

Ich will die Welt anhalten, denn der Fahrtwind ist zu kühl

und außerdem wird mir bei dem Tempo schwindlig.

 

Ich bin nicht mega „weiblich“, Eier hab ich trotzdem keine.

In Geschlechterrrollenspielen verliere ich schon seit ’ner Weile

die Nerven, weil ich die Regeln nicht verstehe.

 

Ich bin Af-depremiert, weil dieser Hass mein Herz beschwert.

Ich bin IS-iritiert, weil dieser Hass mir nicht erklärt,

was Gott eigentlich mit den ganzen abgehackten Köpfen vorhat.

 

Ich male schwarz, das passt halt einfach immer.

Und dann schreibe ich Texte drüber, streue Salz auf meinen Finger,

und leg ihn in die Wunde!

Denn doppelt hält besser und man sagt ja auch, dass es erst schlimmer werden muss,

bevor es besser wir und überhaupt: irgendjemand muss es ja machen, den wer nicht kämpft hat schon verloren.

 

Das klingt doch frustrierend.

 

Und ich weiß nicht, ob das richtig ist. Es fühlt sich gerade nicht so an.

Wenn die Welt an uns zerbricht, kommt’s doch gerade drauf an ,

mit dem Finger auf das Gute zu zeigen, statt auf das Schlechte,

das man sowieso nur dann übersehen kann, wenn man eh nicht hingucken will.

 

Sogar ein Mensch wie ich lacht!

Ich weiß, es ist schwer zu glauben.

Aber vielleicht wär’s langsam an der Zeit, dass wir uns mal erlauben,

zuerst über die guten Dinge zu sprechen.

Über Sex über Schokolade.

Über nächtelange Wortspiele und Sex und Schokolade.

Über 80jährige Pärchen, die immer noch Händchen halten,

über Gott und die Welt und Essen bei Mutti und Flieger aus Eintrittskarten falten.

Über Freunde und die, die es vielleicht mal werden.

Über Arbeit, die nicht nur da ist damit wir uns nicht langweilen, bis wir sterben.

Über die Farbe Blau, weil sie hübsch ist, genau wie alle andern Farben.

Über Musik die so gewaltig ist, dass wir sie kaum ertragen.

Über innere Kinder und äußeren Frieden, über offene Herzen und Ängste besiegen.

Und über Liebe, an der man sich besäuft,

und diesen einen Tag, an dem einfach alles läuft.

 

An so einem Tag klappt der Augenaufschlag beim ersten Versuch.

Im Radio läuft ausnahmsweise Musik die ich mag,

das Fenster lässt von allein den Vorhang fallen,

und ein Sonnenstrahl pinkelt seinen Namen in den Tag.

 

Ich bin die Herzkönigin, einfach, weil ich eins habe.

Ich trage eine Baumkrone und verfüge, dass man Wurzeln nicht mehr schlage,

weil’s weh tut… und weil es noch so viel zu sehen gibt,

wohin ich alle, die gern mitwollen, in meinem Herzen trage.

 

Ich verprasse mein gesammtes Durchhaltevermögen,

denn ich will mit dem Leben spielen.

Mit Veilchen und Bogen auf Wutbürger schießen,

und mit Aufmerksamkeit auf Kinder zielen.

 

Und wenn ich dann schlafen gehe, dann ist da nichts Böses.

Keine Kleingeister die mich im Traum noch plagen.

Kein Trump unterm Bett, keine Petry im Schrank,

nur Leichtigkeit und Sex und Schokoladen. Plural.

 

Und ich wage es zu selten, davon zu erzählen,

denn das scheint mir alles so irrelevant,

zu unwichtig, um eure Zeit zu verschwenden,

gegen jeden gesunden Menschenverstand.

 

Wen interessiert schon, was den andern glücklich macht?

Was bedeutet die kleinen, frohen Minuten,

in einer Welt, in der mit Pech vielleicht über Nacht,

nicht nur Herzen sondern Menschen bluten?

 

Sie bedeuten alles! Weil sie uns Hoffnung geben.

Und wenn ich sonst auch nicht viel sage, aber davon will ich reden!

Ich will wissen, was euch Spaß macht, wann’s euch gut geht, was euch freut,

wen ihr mögt und was ihr liebt und was ihr nie im Leben bereut.

Ich will euch zuhören, wenn ihr träumt und dabei sein, wenn ihr’s macht,

denn nichts könnte mich mehr befreien, als jemand der laut lacht!

 

Und dann, dann können wir auch wieder kämpfen.

Bitterernste Schlachten schlagen, düster in die Zukunft blicken,

und auch die schwersten Lasten tragen.

 

Denn wir haben doch was zu verlieren – in jeder erdenklichen Weise.

Wenn das Gute nichts mehr wert ist, dann gewinnt die Scheiße.

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Schande über mich…

Ja, ich gebe zu, drei Monate sind irgendwie nicht so richtig zu entschuldigen.
Zumindest nicht mit:

“ Ich war mal eben…ähm…Zigaretten holen.“

Stimmt auch nicht. Ich war…ähm…unter der Dusche. Aber nur zwei Monate und dann war ich so schrumpelig, dass ich nicht tippen konnt. So, da guckste!

Alles Quatsch übrigens. Ich war weder zu faul noch zu einfallslos, sonder ich hatte nur schlicht und ergreifend alle Hände voll mit dem zu tun, was eine gute BWL-Studentin nun mal so macht. Unternehmen gründen zum Beispiel.

Tadaaaaa, bumm tsssss:
MikroLiteratur Networking heißt das schnittige Teil und wenn mir das Finanzamt nicht gesagt hätte, dass man das ganze Agentur nennt, hätte ich es wohl als Bühnenliteratur-Künstler-Ghostwriting-Texter-Kreativ-Veranstaltungs-Geschenk-Hybrid bezeichnet.

Warum das nicht ging…? Ein wenig eitel waren die Ämter ja schon immer mit ihren Begrifflichkeiten.
Also schaut lieber selbst vorbei:

MikroLiteratur Networking

Coole Sache, sag ich euch.

Nun kann ich aber so langsam wieder an Anderes denken, als an Meta-Tags und den schmalen Grad zwischen Wirtschaft und (Text-)Kunst und dann gibt es auch wieder regelmäßig wirre Artikel mit creepy Titelbildern zu bewundern – wie ein unbemannter Autounfall.

Eins noch, bevor ich mich zu Kreuze kriechend verabschiede. Die Poetry Slam Saison startet alljährlich mit einen bombastischen Knall. Deutschsprachige Meisterschaften im Poetry Slam sind angesagt, Dudes und Dudettes…ähm…Dudinen? Wie auch immer, Mädels. Dieses Jahr geht es in Dresden vom 28.10.-1.11. rund. Die Besten der Besten sind qualifiziert und einer wird am Ende der Allerbeste. Logisch, oder? Bevor einer fragt: Nein, ich bin nicht dabei. Und nein, das ist auch nicht schlimm. So habe ich viel mehr Zeit, um die bereits ausgelosten Vorrunden in süße Playlist zu verschnüren für die, die keine Tickets mehr bekommen haben (wollen).

Vorrunde 1:

Weiter gehts damit morgen.

Liebe Blog-Leser, ich mag euch sehr dafür, dass ihr ein geduldiges Völkchen seid.

Bis zum nächsten Mal, badumm tsss.

Ich kann auch nüchtern abschweifen

Alkohol Blog

Ich übergebe mich nicht so sonderlich gerne.

Kenne erstaunlich viele Leute, denen das auch so geht. Allerdings hat der Mensch mindestens so viele Wege gefunden, sich den Mageninhalt nochmal vor Augen zu führen, wie die Inuit Worte für Schnee haben. Bier, Wein, Jägermeister, Sangria, Martini, Deckendorfer Krötenbrunnen, sowas eben. Also die Brechmittel, nicht der Schnee. Obwohl ich mir das auch sehr lutig vorstelle: „Ey, Marcelle, bring mal den Müll runter und nimm gleich den Whisky-Schieber mit. Müssen mal wieder n bisschen Salz unter den Tequila mischen, dafür musste aber erst mal den Rum zur Seite schaffen.“ Die Inuit wären wieder einmal krass missverstanden oder Marcelle ein Kind der tiefsten Prohibition. Macht aber nichts, denn ist ja nicht so. Aber ich schweife ab. Das mach ich besonders gerne, wenn ich gerade betrunken bin.

Das ist jetzt gerade zwar nicht der Fall, aber das langjährige Training ermöglicht mir mittlerweile auch nüchternes Abschweifen.

Also, Alkohol. Alkohol ist ein durchaus schmackhaftes, in Gestalt von Obstler oder anderen Schnapsalien verbreitet ekelhaftes Gebräu aus den erheiternden Abgründen der menschlichen Natur. Das ausgerechnet abstinente Mönche mit dem Wunsch, durch vergammeltes Obst und überlagerten Gerstenbrei ihrem Elend ein Ende zu machen, die Freuden des chilligen Rausches in die Welt trugen und damit für jeden, der alt genug war, um die erlernte Fähigkeit des aufrechten Ganges wieder zu vergessen, die Rechtfertigung zum Alkoholgenuss auf Stein kotzten, finde ich toll. In meinem Kopf sieht das so aus: Große Hungersnöte. Die Klosterinsassen waren dazu genötigt, einfach das zu essen, was da war. Damals sah man es mit dem Verzehr- und Mindesthaltbarkeitsdatum noch nicht so eng, geschweige denn mit dem Unterschied zwischen gammlig und dann schon echt richtig schlecht.

Pater Jack Daniels biss also beherzt in eine ganze Rebe schlierige-schimmliger Weintrauben und fiel augenblicklich ganz versehentlich auf den 7 Jahre alten Novizen Cola drauf.

So stell ich mir das zumindest vor, denn so entstehen Traditionen. Die Kirche hat beim zufälligen Erfinden cooler und ziemlich uncooler Sachen die Nase ganz weit vorne und ist in ihrer Impulsivität, Absonderlichkeit und Starrsinnigkeit menschlicher als jeder Mensch. Allerdings hat der Rest der Zivilisation glücklicherweise erkannt, dass einige Traditionen nur bedingt brauchbar, ziemlich ekelhaft und mit Vorsicht zu genießen sind. Darum fallen wir jetzt nur noch auf Leute drauf, die das auch wollen und richteten so verrückte Sachen wie Gesundheitsbehörden ein, die einschreiten, bevor jemand versucht, sich den Blauschimmel durch die Nase zu ziehen. Aber ich schweife schon wieder ab.

Also, Alkohol. Alkohol ist eine knorke Sache.

Er macht langweilige Menschen plötzlich so spannend wie Stephen Hawking, Severus Snape oder Kurt Cobain, meine Mutter zu einem Ebenbild von Heidi Klum und die Omma zu einer echt hübschen Ledertasche. Steißgeburten in Sachen Humor ernten plötzlich für Witze wie: „Warum sollte man sich nie von einer Frau verarzten lassen? Die können nur Damenbinden.“, brüllenden Zuspruch und die dümmsten Menschen der Welt, die echt einfach nur saudämlich sind – so in etwa wie das Känguru, das sich schlachten lies, um seinen Hoden dem Dschungelcamp zu opfern – solche Menschen wirken unter dem Einfluss von einer ordentlichen Menge Absinth intravenös nur noch so abstoßend wie eine frisch geborenes Rosettenmeerschwein. Schon ziemlich hässlich, aber da wächst ja noch was und in zwei Wochen sind die niedlich. Alkohol ermöglicht es, dass man sich in rosa Strapsen, grünen Chucks und einem etwas breiteren Gürtel als Blickschutz für die oft noch nicht ganz ausgereiften Geschlechtsteile vor die Tür wagt. Das ist Mode… oder Sommer. Setzt man sich dazu noch einen Angela Merkel Kopf aus Pappmaschee auf und friert sich den Genitalpiercing an der Straßenlaterne fest, die man im Übermut besteigen wollte, weil sich sonst keiner anbot, nennt man das Karneval. Ich kenne keinen Menschen, der, wenn es nicht um das Leben seiner Liebsten gehen würde, nüchtern Geschlechtsverkehr in einer 1 Quadratmeter Toilettenkabine irgendeiner versifften Kneipe haben würde, die dann wahrscheinlich auch noch ( Achtung Wortspiel) „ Suffilis“ heißt.

Ich trank sehr viel Alkohol. Besonders in meiner Jugend.

Das hatte einen ganz einfachen Grund: ich fühlte mich unter Alkoholeinfluss mächtig. Mächtig gutaussehend, mächtig redegewandt, mächtig witzig, mächtig egalitär gegenüber allen Anfeindungen und am nächsten Morgen wie ein mächtiger Haufen irgendwas. Ein Klumpen, der sich an einem Wattestäbchen befindet, das man gerade einem ziemlich ungewaschenen Nazi aus den reinrassigen Segelohren gezogen hat. Mächtig eklig, mächtig falsch gepolt und mächtig peinlich. Dass das so war, hat auch einen ganz einfachen Grund: ich kann ganz schlecht mit maßvoll. Wir beide sind einfach nicht kompatibel. Entweder ganz oder gar nicht. Leider.

Wenn ich mir dann zwei eisgekühlte Teelöffel auf die Augen legte, in die ich in weiser Voraussicht zwei Gucklöcher gebohrt hatte und mich im Spiegel betrachtete, fragte ich mich, wofür das alles? In meinem Kopf klangen die besoffenen Gespräche, die mir am Abend vorkamen, wie der geniale Auftakt der längst überfälligen Revolution für irgendwas, nur noch wie das zärtlichste Liebesgeständnis, das unter Orks so möglich ist. Weil ich aber so überzeugt davon war, dass man mal irgendwas revolutionieren müsste, sah ich mich gezwungen, auch gleich damit anzufangen. Ich habe in Folge dessen mein komplettes Erspartes an die „Samenbank Gelsenkirchen“ gespendet, da ich mir im arroganten Alkoholübermut wohl einredete, mir ein Mitspracherecht erkaufen zu können, wer sich in Zukunft wann und wie fortpflanzen darf. Sobald die Menschen keine Möglichkeit mehr zum Kopulieren haben, da die App zur Steuerung der Erektion von Facebook aufgekauft wurde und nur noch mit einem öffentlichen Bild des erigierten Penis via Instagram aktiviert werden kann, wollte ich nur noch Menschen auf diesem Planeten sehen, die nicht mal wissen, was eine App ist. Das trug ich mir dann sofort in meine Notiz-App ein, damit ich diese famose Vorstellung ja nicht wieder vergaß. Im Überheblich-Ordner. Dass es diese App nicht gibt, war mir auch egal. Irgendwann wird die schon jemand erfinden. Weil ich das Handy schon mal in der Hand hatte, konnte ich meinen Eltern auch gleich sagen, dass sie doof sind, meinem besten Freund meine Liebe gestehen und drei Freundschaften beenden. Was man eben so macht. Darauf gleich noch einen Eimer Sangria.
Die Erektion meines Schamgefühls stellte sich beim einschalten des PCs auch ohne App sehr schmerzhaft ein, sobald ich feststellte, dass das Video, auf dem ich  – mit nichts weiter, als einem Stabssauger bekleidet – versuche, dass Parteibüro der AfD mit einem Zewa-Tuch wisch und weg zu machen und dabei sehr ausfallend mit dem Hintern wackle, mehr als 30 Millionen Klicks bei YouTube hat. Meine Eltern hatten mittlerweile ungefähr genauso oft versucht, mich anzurufen. Die einzige SMS, die ich bekam, lautete wie folgt: „Du bist im RTL Morgenmagazin… und auch doof.“. Aufgrund der Freude über meine unerwartete Berühmtheit übergab ich mich Sangria rosa auf den fremden Mann in meinem Bett, der sich daraufhin auf die fremde Frau übergab und die auf die 5 anderen neben dem Bett. Ich hätte dieses Perpetuum Mobile des gegenseitigen Ekels gerne mit dem Spaß betrachtet, den wir am Abend möglicherweise hatten, was mir aber nicht recht gelingen wollte. Ich fiel, ohne zu fragen, mit dem neuen Genitalpiercing voraus auf meinen Angela Merkel Kopf, der jetzt nur noch einem mittelschweren Autounfall mit mittelschönem Gesicht ähnelt und beschloss, noch heute ins Kloster zu gehen.

Also, Alkohol. Alkohol ist eine famose Erfindung. Ich bin nur nicht in der Lage, mich später noch daran zu erinnern, was ihn eigentlich so toll macht. Ich scheine sehr große Angst davor zu haben, meine Freunde möglicherweise scheiße zu finden, wenn ich sie mir nicht schön saufe. Eigentlich langweile ich mich. Mit ihnen und mit mir selbst. Ich finde Karneval scheiße, Angela Merkel Köpfe nicht lustig und rosa Strapse wenig kleidsam. Ich war so einsam, dass ich in Kauf nahm, wildfremden Menschen abzuschleppen, nur um mir zu beweisen, dass ich wenigstens noch irgendwas ins Bett kriege.

Ich bin so unsicher, dass ich das Konzept des Unsicherseins konsequent bis zum Ende verfolgte.

Solange, bis ich über unsicher sein in der Getränkewahl, unsicheres Halbwissen verbreiten, unsichere Fetischneigung zum besten Freund, unsicheres Stolpern aus der Bar und unsicheres Erwachen (begleitet von der unsicheren Frage, ob man im eigenen Bett oder überhaupt in einem Bett liegt und unsicher ist, ob man wirklich Spaß hatte), zur Sicherheit gelangte, dass ich mir einfach nur getraut habe, auch ohne Spaß trinken zu können, weil ich dann wenigstens irgendwas machte, bei dem ich sicher sein kann. Nämlich die Welt, sich selbst und sein Umfeld nicht nüchtern betrachten zu müssen. Alkohol ist das Ertränken von Konsequenzen. Ich muss nichts Entscheiden, nichts ändern, nichts klar sehen.

Aber ich übergebe mich nicht so sonderlich gerne. Besonders nicht an die Konsequenzlosigkeit.

Kenne einige Menschen, die das auch so trocken sehen. Ich kann leider nicht ein Gläschen trinken und ultraknuffig beschwipst kichern, ohne im Anschluss zu eskalieren. Wenn ich’s könnte, würde ich’s tun. Es spricht auch nichts gegen einen gepflegten Vollsuff, solange man nicht dazu übergeht, damit regelmäßig das eigene Volldeppen-Dasein und das der anderen zu rechtfertigen. Da ich Revolution in nüchtern aber viel schöner und beständiger finde, trinke ich nicht mehr. Also gar nicht. Wenn ich mir irgendwann sicher sein kann, dass ich mein Leben auch so knorke finde, fang ich vielleicht wieder an. So schön konsequenzlos blöd wie nach 2-3 Bier kann man nämlich nur selten sein. Aber auch nur dann. Die Inuit haben mehr als 99 Worte für Schnee. Ich habe mehr als 99 Gründe, nicht zu trinken und noch wesentlich mehr, neidisch auf alle zu sein, die das problemlos können. Allerdings habe ich nur ein Wort, dass man, wenn es sich richtig anfühlt, an glücklichen Abenden mit guten alten und neuen Freunden und Bier und Cola trinkend in die Nacht brüllen kann: Prost!

 

Das Leben mit Depressionen – ein Gastbeitrag

Ich schreibe ja glücklicherweise nicht nur über Paniermehl und Karotten, sondern gelegentlich auch über ernstere Dinge. So nun auch als Gastautorin im Blog meines Lebenspartners. Das spielt deshalb eine Rolle, da dieses Blog einen Einblick in das Leben eines Menschen mit Depressionen gewährt und ich als Teil dieses Lebens nicht selten mit Dingen konfrontiert bin, die man auch mit Paniermehl nicht verstecken kann. Trotzdem finde ich die Arbeit, die er in dieses Projekt steckt und den Aufruf, den er damit suggeriert, äußerst wichtig und wollte gerne einen Beitrag leisten. Nach vielen Gedanken und Konfrontation mit mir selbst und dem Grad meiner Liebe gibt’s das Ergebnis nun auf dasgegenteilvontraurig zu lesen. Warum es mir vielleicht leichter möglich ist, die eine oder andere Untiefe des Lebens mit mehr Leichtigkeit zu überstehen und zu verstehen, erklärt ein bisschen dieser Text.

Das Mädchen auf der Schaukel

Das Mädchen auf der Schaukel singt:

Ein Männlein steht im Walde ganz still und stumm.

Es starrt einfach in’s Leere und grinst sehr dumm.

Sag, was warf das Männlein ein, dass muss ja was ganz Hartes sein.

Ist platt und weiß beinah wie seinen eigener Totenschein.

Ich bin dieses Männlein.

Kann mich dunkel dran erinnern, mal ein Mann gewesen zu sein.

Ich hieß Johannes, oder vielleicht auch Thomas

und hatte eigentlich nie Lust auf sowas,

aber die pure Existenz chemischer Substanzen

und einiger psychedelisch wirkendere Pflanzen

rechtfertig auch die Existenz meiner Lust mich aufzulehnen

gegen den tiefen Frust,

den Nichtkonsum in einem Menschen weckt,

der mit der Nase im Koks und der Nadel im Arm bezweckt,

Freunde zu finden.

Ich bin dieses Männlein.

Kann mich schwach daran erinnern, mal ein Mensch gewesen zu sein

und sehe den Wald vor lauter Bäumen nicht.

Nicht mal beide Beine tragen mein Gewicht,

geschweige denn Eines,

auf dem ich durch mein Leben stolper.

Auf der Flucht vor dem gierigen Verfolger namens Drogentod.

Und  mit süchtigen Fingern  strapaziere ich das Lot

zwischen leben und sterben bis zum zerreißen.

Ich war dieses Männlein.

Konnte mich erinnern, mal Schüler gewesen zu sein

und später nur noch einsam

ohne Aussicht auf etwas, das heilsam gewesen wäre.

Konnte mich erinnern mal Sohn gewesen zu sein

und später nur noch Ausschuss, Kollateralschaden und allein.

Konnte mich erinnern, dass ich mich mal erinnern wollte,

falls etwas anderes als ich die Oberhand gewinnen sollte

und erinnere mich an Wärme…

die so weit ab vom goldnen Schuss ist,

dass ich fast sicher bin, das man mich vielleicht nicht vergisst.

Ich war dieses Männlein

und jetzt schreibst du meinen Namen auf einen Grabstein.

Kannst dich erinnern, mal Freundin gewesen zu sein

von ganzem Herzen und nicht nur zum Schein

weil meine Tüte immer rumging

und jeder Idiot bei mir rumhing,

sondern weil du mich liebtest.

Auch dann noch, als ich platt und weiß wie mein Totenschein ins Leere starrte.

Das Mädchen auf der Schaukel singt:

Dünn, ja dünn, sind alle meine Kleider.

Dünn , ja dünn, ist alles, was ich trag.

Darum lieb ich alles was so dünn ist,

weil mein Schatz nur dünne Frauen mag.

Ich bin dieses Frau

ohne Kraft zum stehen.

Die Hände ganz rau vom Kotzen gehen

und gegen Wände schlagen um den Hunger zu vertreiben

nur um nicht zu versagen

und in der Form zu bleiben.

„Nichts schmeckt so gut, wie sich Hunger anfühlt“,

steht unter meinem Herzen auf die Rippen tätowier.

Hab mich bemüht, dass mein Körper auskühlt

und mich dann nackt vorm Spiegel fotografiert,

um zu beweisen, dass ich …stärker als ich selbst sein kann.

Ich bin diese Frau,

die Menschen zu sehr liebt

und sich deshalb nicht den kleinsten Makel vergibt,

weil ich perfekt sein will für die Welt

und alles, was Menschen zusammenhält,

denn mich selbst… kann ich schon lange nicht mehr halten

und zu viel Gewicht liegt mir auf den Lippen

und wird auch nicht weniger durch Coke Zero getränkte Watteklumpen und Kippen,

von denen ich mich ernähre.

Ich war diese Frau.

Für ein tristes Leben viel zu schlau

und ständig auf der Suche nach Abenteuern,

nach ausgereizten Grenzen und Höllenfeuern,

um mich selbst gelegentlich mal zu spüren

und meine Seele nicht nur mit Selbstqual zu berühren.

Ich wollte einfach in Luft übergehen,

zwischen Regentropfen tanzen und trotzdem im Trocknen stehn

und mich einfach übersehen lassen…

um euch dann dafür zu hassen, dass ihr mich nicht gesehen habt.

Ich war diese Frau

und jetzt sind deine Finger ganz blau,

weil du beim weinen zu stark deine Hände verschlingst

und fassungslos um Antworten ringst.

Nach Worten, die du denne, die es wagten, mich zu brechen, entgegenschleudern kannst,

um mich vielleicht irgenwie zu rächen.

Aber du bleibst stumm,

denn bist nun die Frau, die die Welt nicht mehr versteht,

weil sie sich für mich einfach nicht mehr weiterdreht,

weil mein Hunger nach Liebe zu groß und mein Mut zu klein schien

und ich von einer Lebenden zu einer toten Leiche geworden bin.

Weil ich meinen Eltern die Tochter raubte

und dir die Schwester im Herzen

und das einzige was bleibt ist eine verstaubte Gedenktafel

und schwach flackernde Kerzen.

Ich bin das Mädchen auf der Schaukel!

Süchtig nach dem Wind im Haar,

nach dem Kribbeln im Bauch und schönen Träumen

und nach Erinnerung an das, was war.

Ich bin süchtig nach Leben, nach dem Lauf der Dinge,

nach Kinderliedern, die ich lauthals singe,

nach dem Duft von Regen wenn ich in Pfützen springe

und dem Lachen meiner Mutter, wenn ich Blumen mitbringe.

Ich bin süchtig nach Licht,

nach Sonne und Wärme,

nach dem Funkeln, wenn sich ein Strahl in einer Schneeflocke bricht.

Ich bin süchtig nach schlagenden Herzen und funkelnden Augen,

nach Worten, die auch zum zuhören taugen.

Ich bin süchtig nach Liebe sammeln und Liebe schenken

und nach Gedanken, die wir – ausnahmsweise – auch mal gerne denken.

Ich bin süchtig, weil ihr süchig wart

und kein Wort beschreibt, wie sehr ihr mir fehlt.

Ich werde nicht vergessen, wie ihr mich berührt habt

und das ist das eizige,

was für mich noch zählt.

Be my Schweinsohr <3

Schweinsohren

Lieber Valentinstag,

ich schreibe dir zur Feier deiner Existenz einen Liebesbrief, aber das siehst du ja selbst, denn du bist ja nicht doof. Die Menschen reden sich, seit du auf der Bildfläche aufgetaucht bist, immer wieder ein, dass du ein Tag wie jeder andere bist. Ich habe das auch lange versucht, doch als ich anfing, meinen besten Freund, der zufällig auch deinen Namen trägt, regelmäßig mit einer Tüte schockgefrosteten Hundekots zu bewerfen, kam ich zu der Einsicht, dass du diese Bagatellisierung nicht verdient hast.

Du bist so viel mehr.

Ein wahres Wunderwerk der Werbepsychologen, die Frucht der moralflexiblen Großindustriellen, die noch wissen, wie wichtig Liebe ist und die Hoffnung der Rosenverkäufer und romantischer Zyankaliemischer, deren Plan vom süßen Tod nie aufgehen würde, wenn Liebespaare nicht genötigt wären, sich an diesem Tag auch mit schokoladenverschmierter Schnute und 10 Kilo zu viel auf den Hüften bis zum Tode lieben zu müssen.

Lieber Valentinstag, ich gehöre zur Halloween-Generation, in der auch du an Wichtigkeit gewannst. Nur ist deine Erscheinung, je nach aktueller Lebenssituation, immer wieder unterschiedlich und kann nicht so einfach als hässlich und kostümiert abgetan werden, wie die Halloweens. An Monster glauben sowieso die wenigsten, aber an die Liebe…? Schon eher. Ich auf jeden Fall und deshalb kenne ich dich in alle Fassetten und, lieber Valentinstag, keine davon ist mehr wert, als eine schockgefrostete Tüte Hundekot.

Schockgefrosteter Hundekot

Man kann dich als glücklicher oder unglücklicher Single erleben und als glückliches und unglückliches Pärchen.

Für all diese Beziehungsstatussis gilt allerdings eines: alles, was auch nur im Entferntesten mit Liebe in Verbindung gebracht werden kann, darf heute auch mal mehr koste. Liebe ist wertvoll, muss also teuer bezahlt werden. So richtig mit Opfer und so. Als ich heute früh zum Bäcker ging, um mir mein Freitags-Schweinsohr zu kaufen, fiel zuerst eine Meute Rosenverkäufer über mich her, die sich erst dann betreten trollte, als sie feststellte, dass ich a) kein Mann bin und außerdem b) zufrieden aussehe. Danach fiel ich über rosa Lametta und zu guter letzt aus allen Wolken, als mich die Bäckersfrau darauf hinwies, dass ein Schweinsohr, wenn man es auf die runde Seite stellte, schon hart Ähnlichkeit mit einem Herz hätte und deshalb heute 1,50 € mehr kostet. Mehr als bekloppt anstarren war nicht drin. Also kaufte ich mein Schweinsohr für 3 € und beschloss, es heute mal ganz besonders zu genießen. Klappte natürlich nicht, weil mein Hirn immer wieder „Das is ne Frechheit. So spielt man doch nicht mit der Liebe! Außer vielleicht in schmierigen Bordellen und Partnervermittlungen für reiche Witwen über 80. “ brüllte. Nach der Schokoladenseite des Gebäcks schmiss ich es in den Müll, denn ich wollte nichts essen, wo bereits die Schamlosigkeit der Industrie drauf ejakuliert hatte.

Besonders glückliche Singles und ebenfalls glückliche Pärchen werden von deiner Omnipräsenz alljährlich überrumpelt, lieber Valentinstag. Da willste für deinen Partner oder für deine scharfe Eroberung der letzten Nacht frühs schnell ne Mettwurst kaufen gehen, weil du das eben immer machst und dann erzählt dir die Frau an der Fleischtheke, dass die Würste heute –wenn man mal genau hinguckt-  alle aussehen wie Herzen und deshalb auch mal ordentlich was kosten. Also kaufst du dann doch lieber Paniermehl, was unter keinen Umständen was mit Liebe zu tun hat, dafür aber den ersten großen Krach in der Beziehung verursacht und sicherstellt, dass es bei der einen Liebesnacht bleiben wird.

Paniermehl sendet eben einfach die falschen Signale.

Die in Liebesdingen Unglücklichen unter uns, die zur eigentlichen Zielgruppe deiner Erschaffer gehören, bereiten sich nach der weihnachtlich-liebesbehafteten Zuneigungs-Pflichtveranstaltung beinahe zwei Monate seelisch und moralisch auf dich vor. Die unglücklichen Singles planen ihren Abend mit der unromantischsten Beschäftigung, die man sich vorstellen kann. Zum Beispiel in der Eckkneipe Wodka trinken und sich mit zwei über die Hände gestülpten FDP-Jutebeuteln vor einem Bild von Angela Merkel Pickel ausdrücken. Die Pärchen mit Liebesdefizit nutzen diesen Tag, um sich unterschwellig gegenseitig unter die Nase zu reiben, dass sie sich die restlichen 364 Tage im Jahr irgendwie nicht so richtig riechen können und sich heute deshalb in heftig Curry durchwaberte Restaurants ausführen. Daraufhin leiden sie so krass unter Durchfall, dass der Kontakt zum Partner vorerst abgebrochen werden muss und darf.

Ob man will oder nicht, man kann sich dir nicht entziehen.

Entweder vergisst oder ignoriert man dich, stolpert aber trotzdem versehentlich drüber, wenn man nicht vorsorglich das Land verlassen hat, was ja auch schon wieder eine Beschäftigung mit deinem Vorhandensein voraussetzt, oder aber man wird so hart mit der eigenen Unzufriedenheit und Einsamkeit konfrontiert, dass man sein letztes Hemd für ein Schweinsohr geben würde, dass einem ein unfreundlicher, nun zum Rosenverkauf gezwungener FDP-Mann für läppische 10 Euro andrehen möchte und dann vor Mitleid noch 10 Cent runtergeht.

Gerade als glückdurchflutetes Pärchen liebt man sich an diesem Tag deutlich weniger, als man es sonst gewohnt ist. Wer bereits auf der anderen Seite stand und alles, was glücklich aussah, hätte vierteilen wollen, weiß, warum. Das gemeine, freilaufende Pärchen mit empathischem Mitgefühl für seine partnerlosen Mitmenschen trottet an diesem Tag vorsichtig drei Schritte hintereinander her und friert schrecklich an den Fingern, da es nicht wagt, wie sonst im Pärchenhandschuh zu fummeln und dicht gedrängt in aller Öffentlichkeit gedanklich Sex zu haben. Die Gefahr, bei der Annäherung auf unter einen Meter augenblicklich eines aufs Maul zu kriegen, ist einfach zu groß. Sonst bist du, lieber Valentinstag, für glückliche Pärchen aber ein großes Abenteuer. Ich für meinen Teil weiß dank dir wieder, warum ich ausgerechnet mit diesem Mann zusammen bin, der keinen speziellen Tag braucht, um mir zu zeigen, was er fühlt, sondern das Gewicht eines Schweinsohrs in Gold lieber an die DKMS spendet. Außerdem haben wir herausgefunden, was man nach einem Tag des Entzuges der körperlichen Nähe so alles mit Paniermehl anstellen kann. Das ist aber nur meine Geschichte.

Alles in allem, lieber Valentinstag, bist du eine ziemlich fiese Erfindung von „Menschen“, die elementar wichtige Gefühle auszubeuten versuchen.

Du bist wunderbar dafür geeignet, einsame Menschen leiden zu lassen und zweisamen Menschen ein schlechtes Gewissen zu machen, weil sie sich zu sehr oder zu wenig lieben. Du bist so überzeugend, dass du dir anmaßen kannst, zu definieren, wie Liebe auszusehen hat und was sie „kosten“ darf und muss. Du bist der Grund dafür, warum sich keine heißen One-Night Stands in der Nacht vom 13. auf den 14. April ergeben, was ich wirklich übertrieben finde.  Und ja, liebe One-Night Standler, man kann doch wirklich mal zusammen frühstücken, wenn man die Liebeswurst schon im Herz-Schweinsohr versenkt hat.

Lieber Valentinstag, alles in allem bist du aber unglaublich gut dafür geeignet, egal in welchem Gemütszustand, mal wieder über die Bedeutung der Liebe nachzudenken und festzustellen, dass alle dran glauben, ob sie wollen oder nicht. Das verbindet. Und kostet nichts, außer vielleicht Nerven. Wie so vieles andere auch.  

In Liebe, Luise

Wenn der Feminismus seine Kinder frisst – Emma über Julia Engelmann

Alice

Manchmal bin ich auch sauer. Da ich meines Wissens keine Zitrone oder ein Drops bin, muss das wohl menschlich sein.  Julia Engelmann hyped sich nach wie vor durch die Medien, der Poetry Slam freut sich geschlossen, die Jubelschreie des Medien mischen sich zusehens mit kritischen Stimmen. Alles normal soweit. Was meine bisherigen Freundinnen der feministischen Zeitschrift „Emma“ da alledings treiben, veranlasst mich dazu, den Drops noch nicht gelutscht sein zu lassen. Meine Damen und Herren, ich präsentiere  – voll Trauer um eine wichtige und provokante Stimme in der deutschen Medienlandschaft – einen völlig schwachsinnigen Artikel:

http://www.emma.de/artikel/baby-mach-einfach-weiter-313385

Ich mische mich ja aus Rücksicht auf das Raum-Zeit-Gefüge nur selten in die Geschicke der deutschen Medien ein, aber da ich auf allen Ebenen, die dieser Artikel so zusammengezimmert hat, wütend bin, schrieb ich im Geiste folgende Mail an die Emma. Danach schrieb ich sie wirklich und schickte sie ab.

„Liebe Emmas,

 warum macht ihr mich nach so vielen Jahren des Glaubens an euer Tun so traurig? Ich bin seit langer Zeit und jungen Jahre Leserin und Beobachterin eurer Arbeit. Ich bin – in eigener Definition – Feministin. Und ich bin Poetry Slammerin. Ich habe Julia Engelmann bisher nicht persönlich getroffen, aber da die Slam-Szene eine sehr Kleine und Familiäre ist, kommt man nicht umhin, detaillierte Diskussionen zu besagtem Video und dem damit verbundenen Hype zu führen. Das ist gelegentlich anstrengend, hat aber wenigstens Hand und Fuß. Was ihr allerdings tut, ist in erster Linie eine völlig zusammenhangslose Behauptung in den Raum zu stellen, die dann auch noch schlecht recherchiert ist. Ich teile eure Meinung – ob nun im Heft abgedruckt oder an anderer Stelle durch die Medien publik geworden – mal mehr, mal weniger, doch immer begründbar. Hier allerdings gibt es nichts zu teilen, da dieser Artikel jedweder Grundlage entbehrt. Man bekommt, wenn man eure Entwicklung verfolgt hat, den Eindruck, dass ihr den Rummel um dieses Video lediglich dafür nutzt, den gängigen Medien „eins reinzuwürgen“. Und damit benutzt ihr Julia ( die in diesem Fall nur zufällig eine Frau ist) mehr, als alle anderen. Es gibt kaum eine Kunst-Szene, die so unvoreingenommen und frei miteinander existiert und so viele kluge Köpfe beherbergt, wie man sie unter Poetry Slammern und Slammerinnen antrifft und es gibt meines Wissens überhaupt keine Szene, die so pingelig darauf achtet, dass das auch so bleibt. Hier gibt es keine Julia/Julian-Konflikte. Warum man den gängigen Medien diesen Konflikt unterstellen sollte, erschließt sich mir nicht. Die Feuilletons der großen Tageszeitungen überkippen Julia vielleicht der Provokation geschuldet mit Häme. Sie verunglimpfen möglicherweise den Inhalt des präsentierten Textes und den Poetry Slam als Veranstaltungsformat an sich. Ihr allerdings überschüttet sie mit Blödsinn und Zweckmäßigkeit. Würde sich eure Empörung am zitierten „stille Wasser sind attraktiv“ festmachen, könnte ich das sogar noch nachvollziehen. Allerdings findet dieses Zitat nur als Randbemerkung Erwähnung. Ich frage also ganz offen: was soll das? Sucht ihr händeringend nach Fixpunkten, um radikal-feministische Ansichten zu streuen, koste es, was es wolle? Da gibt es doch wirklich genug andere, vielleicht zur Zeit unpopulärere, Themen, die dringender für scharfe Kritik geeignet wären, als ein Poetry Slam Text, der uns nichts sagt, außer das wir mal Spaß am Leben haben sollten. Liebe Emmas und bitte, wenn ihr schon nach einem Strohhalm sucht, über den ihr die Jugend und junge Erwachsene wieder an den feministischen Gedanken heranführen könnt, dann betreibt wenigstens ausführliche Recherchen und unterstellt nicht irgendwelche wagen Fakten. Was Julia Engelmann da in dem angesprochenen Video im Haar trägt, ist kein Femen-Blumenkranz, sonder eine „Ein-Euro-Shop Blumenkette“ die beim Open Air Sommer-Slam des Bremer Slammerfilets alle Künstlerinnen und auch Künstler um den Hals gehängt bekamen. Und das nur, weil’s eben Spaß macht.“

Lasst uns gemeinschaftlich eine Runde irgendwas hinterziehen. Das braucht man manchmal, um schwere Zeiten zu überstehen. Auf das wieder Bessere kommen.

Bildungsarmut…mal anders

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Liebes Bafög-Amt,

da du mich sehr eindringlich darum batest, um Himmels Willen bloß keine Fragen zu stellen und schon gar nicht zum aktuellen Bearbeitungsstand meines Antrages  (Bearbeitung heißt Bearbeitung. Und Sie studieren? ), frage ich nun eben meinen Kühlschrank, wie er sich das so mit der Nahrungsaufnahme im nächsten Monat gedacht hat. Der schaut mich mit leerem Blick an, rülpst mir einen einladenden Kältegeruch entgegen und ich stelle fest, dass die Wochen alte Tüte Aufbackbrötchen eigentlich mal hätte ein Fahrrad werden sollen. Ich schiebe meinen unsportlichen Hintern also nicht in’s Freie, das kostet zu viel Energie, sondern die Karotten, die schrumpligen Pilze und den Hüttenkäse so lange hin und her, bis ich keinen Hunger mehr habe. Bald werde ich sie essen müssen und künftig mit Knubbeln der Rauhfasertapete meinen knurrenden Magen bruhigen.

Ich finde es schön, dass Kreativität heute im Bildungssystem so gefördert wird.

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Ich überlege, wie ich aus der Not eine Tugend machen kann. Ich schriebe eine Erfolgsroman: 5 Kilo in 2 Wochen – die Bafög-Diät. Darin beschwere ich mich hauptsächlich dekadent darüber, dass ich jetzt keinen Platz mehr im Kleiderschrank habe. Zu viel Kleidung für zu wenig Mensch ist ein Luxusproblem, von dem die Leute gerne lesen. Wenn ich dann erst mal reich bin, kann ich das ja nicht mehr behaupten.

Ich muss die Gunste der Stunde nutzen.

Ich vertreibe mir die Zeit am Morgen, in der ich sonst Kaffee trank und duschte, gerne damit, mir vorzustellen, wie erfolgreich ich mit einem eigenen Restaurant wäre. Ich würde es Karottenkäse nennen oder Hütten-Rotte und nur Hüttenkäse und Karotten in allen möglichen Variationen servieren. Vornehmlich natürlich Karotten mit Hüttenkäse. Aber die Karotten dafür mal geraspelt, mal in Scheiben oder in Stiften zum dippen. Roh! Kochen kostete und ist nur dann möglich, wenn die Sonne scheint. Selbst dann nutze ich den Strahl, der sich dank der Lupe am Fenster bündelt, lieber dazu, die Tasse mit dem 10 Mal aufgebrühten Teebeutel erneut mit erhitztem Wasser übergießen zu können. Ich finde das Aroma der Sonne auf der Zunge sehr ansprechend.

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Apropos duschen. Ich lache jedes mal herzlich, wenn ich ein mal die Woche eine der Schampoo-Flaschen, die ich vorletztes Jahr zu Weihnachten bekam, öffne und sie mich freundlich anpupst.

Die Flaschen haben alle sehr kreative Namen wie Florentine-Fast-Leer, Wanda-Wasser-Mit-Schaum und Karla-Kopfstand. Alle weiblich, weil ich mir in etwas so einen Mädchenpups vorstelle – ohne übertriebenes Knattern und mit dem fast verschwindenden Hauch von Honig-Mandel-Duft. Außerdem habe ich eine neue Leidenschaft entdeckt. Ich sammle gerne Rasierklingen. Nicht etwa, um mich damit vor lauter Verzweiflung von meinem Elend zu befreien, nein, ganz im Gegenteil. Ich betrachte gerne die unterschiedlich abgenutzten Flächen auf den Klingen. Die funkeln wie ein Prisma in allen möglichen Farben und ich erinnere mich an die Zeiten, als wir noch gemeinsam über meine Haut dahinglitten, ohne über lästige Fleischwunden zu stolpern. Dabei pupse ich mir mit den Falschen in’s Gesicht und komme mir beinahe so vor, als würde ich in einem wundervollen Märchen leben. Ich kann das stundenlang tun.

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Leider habe ich sehr wenig Zeit für solch außergewöhliche Aktivitäten. Da ich keine passende Hose mehr habe und meine Beine denen eines Orang-Utans gleichen, bleiben mir lukrative Vollzeit-Nebentätigkeiten wie fußmodeln,  kellnern, Tabledance und sogar Zoowärter leider verwehrt. Auch der Markt des Haarfetischs im Porno- und Prostitutionsgewerbe ist leider von – vornehmlich stärker beinbehaarten, männlichen – Studenten überlaufen. So bleibt mir nur die nächtliche Pfandpiraterie, denn die restlichen 20 Stunden des Tages bin ich leider mit studieren beschäftigt.

Da sich meine Lebenserwartung auf ausgefüllte 30 Jahre verkürzt hat, ist meine Altersvorsorge aber bereits gesichert.

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Der Kontakt zu meinen Eltern bewegt sich dank dir ebenfalls auf einer sehr verständnisvollen Ebene. Wir sprechen endlich, nach so vielen Jahren der pubertären Eskalationen, die gleiche Sprache. Meine Mutter und ich tauschen regelmäßig Karottenrezepte aus, was uns einiges an Einfallsreichtum abverlangt. Ich adressiere die Post an mich selbst, schreibe als Absender die elterliche Adresse auf den Umschlag und vergesse die Briefmarke. Zu 99% kommt die Sendung da an, wo sie hin soll. An Feiertagen und zum Geburtstag wickeln meine Eltern auch schon mal eine Batterie für den Taschenrechner in die neusten Artikel zur Bildungspolitik und ich kratze die mütterlichen Tränen vom Umschlag, um zu Weihnachten die Karotten salzen zu können.

Liebes Bafög-Amt, alles in allem geht es mir gut.

Ich finde deine Einstellung sehr löblich, dass ein junger Mensch, der sich für ein Studium entscheidet, auch mit den Konsequenzen leben lernen muss. Die Entscheidung zwischen Bildungsarmut und Bildungsarmut ist mir nicht schwer gefallen und ich freue mich wirklich sehr auf die 3 Jahre nach dem Studium, in denen ich dein Chef sein darf, bevor ich nach einem erfüllte Leben friedlich das Zeitliche segne.

Mit hungrigs…äh, herzlichsten Grüßen

Luise-Langhaar-Karottenpups Frentzel

RuhrPokal 2014 – Slam gewordene Hoffnung

Liebe Freunde der Hoffnung, ich habe etwas zu verkünden: es gibt sie noch! Also hier…Dings. Die Hoffnung.

Wen Yolo, Pisa, ein Blick vor die Tür und Facebook gelegentlich daran zweifeln lassen, ob unsere Jugen noch alle Tassen am Zaun hat oder ob gelegentlich mal die Latten im Schrank fehlen, darf hiermit zwar nicht vollends beruhigt, aber zumindest vom vorzeitgen Ergrauen durch zu viel Haare raufen abgehalten werden.

Am Sonntag fand das Finale des RuhrPokals 2014 im Bochumer Schauspielhaus statt. Anders, als bei gewöhnlichen Slams, traten hier lediglich die Jungpoeten bis 20 Jahre gegeneinander an. Zu gewinnen gab es neben einem außergewöhnlich hässlichen Pokal in Form zweier Beggipfel, auf denen jeweils ein Miniaturpoet rumlungerte, auch einen Startplatz für die diesjährigen deutschsprachigen U20-Meisterschaften.

Dazu aber später mehr. Denn im Vorfeld fand etwas statt, was man gemeinhin als Jugendarbeit bezeichnet. Den ganzen Januar über tingelten die unterschiedlichsten Poeten unter der Schirmherrschaft von „WortLautRuhr“, deren Aushängeschild kein geringerer als Sebastian23 ist, in aller Herrgottsfrühe durch Schulen des Ruhrgebiets und erzählten mal mehr mal weniger begeisterten Schülern einen vom Slam. Das ganze hatte natürlich – neben dem außergewöhnlichen Nervenkitzel für uns sonst so Ruhe liebenden Poeten – einen praktischen Zweck. Am 23. und 24.1.14 konnten die Jugendlichen kostenlose Workshop unter der Leitung der erfahrenen Poeten Sebastian23, Theresa Hahl und Tobi Katze in Bochum, Herne und Dortmund besuchen und wer Lust hatte, am Abend des 24. gleich auf die Vorrunden-Bühne zum RuhrPokal in den jeweiligen drei Workshop-Städten hüpfen, um sich für oben erwähntes Finale zu qualifizieren.

Was Frau Hahl und Herr 23 in Herne und Bochum so trieben, kann an dieser Stelle nur vermutet werden, also vermute ich mal kühn drauf los… Gutes. Was allerdings die Tage in Dortmund angeht, weiß ich mehr zu berichten und ich kann eins vorweg verraten: es gibt sie noch, die von Grund auf engagierten und herzensguten jungen Leute, die weder zwangship auf Moral pochen, noch zwangship auf Moral scheißen, sondern schlicht und ergreifend tolle Menschen sind, die mit jeder Faser Bock haben, die Welt ein Stückchen schöner zu machen.

Das Schicksal wollte es, dass ich mir eine brauchbare Kamera pumpen und mich damit unter der Pressetarnkappe ungestraft bei Workshop und Slam aufhalten durfte. Der erste Workshop-Tag in Dortmund unter der Leitung Tobi Katzes begann und endete… intensiv, da nur zwei der angekündigten Teilnehmer auftauchten. Wenn man was lernen will, gibt’s jedoch kaum was besseres, als den Fachmann quasi sein Eigen nennen zu können. Özge und Kira, die beide auch am nächsten Tag zur Vorrunde antreten sollten, schrieben, diskutierten und änderten mit ein paar Kniffen ihre Texte in Richtung knallhart guter Bühnenliteratur. Hier fiel mir schon zum erstem Mal die Kinnlade in’s Erdgeschoss, nachdem mir bewusst wurde, welche Themen die jungen Frauen beackern und welche Leidenschaft für „das Gute“ aus den Seiten sprühte.

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Tag zwei startete mit wesentlich mehr Teilnehmern, aber vorererst ohne die beiden Mädels vom Vortag. Hier wurde es für mich spannend. Ich kenne mich und meinen Geduldsfaden schon seit einer ganzen Weile, wie mögen uns nicht besonders und „Schulklasse“ ist verschämenderweise zugegeben ein Synonym für Schere. Doch mal wieder sollte ich diejenige sein, die überrascht wurde. Ein kulturell und sozial bunt gemischter Haufen Jugendlicher um die 17 Jahre inklusive Lehrergespann sammelt sich im Café des Fritz-Henßler-Hauses. Dank langfristigem Schulprojekt hatten die meisten Anwesenden bereits einen Bühnentext in petto und hey, ich vergesse auch ständig die wichtigsten Sachen zu Hause. Genaue Details des Workshops will ich an dieser Stelle nicht erläutern. Das wäre ja so, als würde ich die Geheime Zutat im Iglo Spinat verraten. Soviel sei aber gesagt, nach der Hälfte des Tages konnte jeder der Teilnehmer mit einem brauchbaren Text in die Performance-Arbeit gehen.

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Auch hier wieder dieses Knistern, dass da der eine oder andere junge Mensch einen Kopf auf den Schultern hat und sich neben Profilierungsversuchen durch Lautstärke gelegentlich auch mit etwas anderem beschäftigt, als der Kohle für die nächste Party. Großartige Teilnehmer, allesamt!

Auffällig und ein bisschen traurig ist für mich totzdem immer wieder, dass Gesellschafts- und Bildungsstrukturen es zulassen, dass junge, aufgeschlossene Mensche emotional und rein sprachlich nicht in der Lage sind, eine unbestimmte Gefühlsregung in Worte zu fassen, selbst wenn Deutsch die Mutterstprache ist. Hier zu kritisieren oder zu meckern, ist allerdings kaum gerechtfertigt und zumindest in diesem Kontext müßig, ich möchte es trotzdem nicht unerwähnt lassen. Und dann gibt es wieder DIE! Die spannenden, tollen, großartigen, begabten und so rührend reifen jungen Menschen, die allein auf einem Workshop auftauchen, still und trotzdem präsent im Raum schweben und dann plötzlich auf der Bühne den Mund aufmachen und die Zeit bleibt stehen. Beeindruckende Wesen, die Worte als Pinsel benutzen und Bilder malen. Häufig Traurige, oft viel zu Desillusionierte, aber trotzdem bezaubernd Klare und Lebendige. Und dann sitz man da, mit einem Buckel von unangemessenerweise zu viel Lebenserfahrung und möchte gerne sagen:“Alles wird gut. Hier bist du richtig, du wandelnde Kunst.“, und verkneift es sich, weil man das Gefühl hat, dass es einem nicht zusteht. Das sind Begegnungen, die zu kurz sind, um sie greifen zu können, die aber nie wieder in Vergessenheit geraten. So auch an diesem Tag auf einem schlichten Slam-Workshop.

Aber genug des misteriösen Worte, der Workshop neigte sich nach einer Intensivkur Permormance dem Ende zu und es fanden sich geschlagene neun mutige Teilnehmer – darunter auch einige aus dem Workshop – die sich am Abend auf die Bühne wagten.

Özge Fatima

Teils erst ein paar Stunden zuvor entstandene Texte traten samts den zum ersten Mal auf einer Slam-Bühne stehenden Poeten gegen erfahrenere U20 Slammer an. Ein wenig ärgerlich war es schon, dass die Werbung im Vorfeld leider so gut wie nicht exsistent war. Trotz allem war das Café mit gut 35 Leuten besetzt und die Stimmung kochte – nicht zuletzt dank Tobi Katze, der sich die Seele aus dem Leib moderierte, und den großartigen Slammern, die auf der Bühne über sich hinaus wuchsen – über. Das Sahnehäubchen hieß an diesem Abend Fee, ihres Zeichens die amtierende U20 Meisterin im Poetry Slam, die dem außergewöhnlich jungen Publikum als featured Artist zeigte, wo der Hammer hängt. Die drei Punktbesten dieser Vorrunde sollten also am Sonntag nach Bochum reisen, um sich dort mit den Siegern aus Herne und Bochum zu messen. Dortmund sendete mit knappem Punktvorsprung Fatima, Özge und Kira.

Tobi Katze Die goßartigen Poeten des Abends

Und damit schließt sich der Kreis. Sonntag fand also das Finale statt. Jason Bartsch, Lisa Schoeyn und Fatima Talalini stachen unter den 9 Finalisten heraus, denn diese drei Tummeln sich auch sonst regelmäßig auf den Slambühnen, was eindeutig spürbar war. Somit ist es also nicht verwunderlich, das Fatima und Jason klar in’s Final-Finale einzogen. Sven! nannte sich der Ditte im Bunde und bestach mit humorvoller Lyrik und unverholener Klugheit und Andersartigkeit. Özge und Kira erreichten das Finale leider nicht. Jason Bartsch gewann am Ende eindeutig und darf sich nun Ruhrmeister 2014 nennen. Gratulation dazu.

Was für mich allerdings viel wichtiger ist: alle 9 Poeten, die an diesem Abend – der übrigens von Sebastian23 und Theresa Hahl moderiert wurde – die Bühne betraten, hatten eine so bestechende, so ehrliche und so hoffnungsvolle Kraft und wirklich was zu sagen, was aus einer ernsthaften Überzeugung rührt, dass ich nur noch vor Freude quietschen konnte. Junge Mensche, denen nicht egal ist, was auf dieser Welt außerhalb ihres eigenen Kosmos’ geschieht. Junge Menschen, die kämpfen wollen, für Gerechtigkeit und Menschlichkeit. Junge Menschen, die ihren Humor und ihr (verzeiht mir diese Theatralik) Leuchten noch nicht verloren haben und das hoffentlich auch nie werden. Absolut wundervoll!

Ich bin überaus dankbar, dass ich an diesen drei Tagen teilhaben durfte und noch dankbarer, dass es so schöne Menschen unter uns gibt und letztendlich dafür, dass ich mich eines Besseren belehren lassen durfte. Es gibt sie noch, die Hoffnung.

Infos wie immer zum Schluss:

WortLautRuhr: http://www.wortlautruhr.de

Schauspielhaus Bochum: http://www.schauspielhausbochum.de

Sebastian23: http://www.sebastian23.com

Tobi Katze: http://derkatze.de

Theresa Hahl: http://www.theresahahl.de

DEW21 (in diesem Fall der Sponsor der Dortmunder Veranstaltungen und absolut bemerkenswert, wenn es darum geht, Kultur im Ruhrgebiet zu fördern):  http://www.dew21kultur.de

Fritz-Henßler-Haus: http://www.fhh.de

Damit endet ein emotionl geladener Beitrag und ich hoffe, ihr gebt die Hoffnung nie auf. Liebe!